In Schwalbach am Taunus entsteht ein Naturbad

Hier einige Information über das, was zum entstehenden Bad

Das Wasser

Die Qualität

Das Wasser eines Naturbades fühlt sich an wie in einem See. Es ist angenehm auf der Haut und unter Wasser die Augen zu öffnen, hat keine roten Augen zur Folge. Es ist also wesentlich angenehmer, als in einem chlorierten Bad.

Die Qualität des Wassers wird, anders in einem natürlichen See, aktiv sicher gestellt. Dazu zirkuliert das Wasser zwischen einem Regenerationsbecken und dem eigentlichen Badebecken. Je nach Besucherzahl werden täglich bis zu 3.800 Kubikmeter Wasser umgewälzt.

Das mit Schilf bepflanzte Regenerationsbecken dient der Reinigung des Badewassers. Seine wesentliche Aufgabe ist es, problematische Bakterien, die durch die Badegäste eingetragen werden, unschädlich zu machen - eine Aufgabe, die in konventionellen Bädern durch Chlor erledigt wird. Außerdem wird das Wasser auf seinem Weg zurück zum Badebecken gefiltert, so dass dort klares Wasser einläuft.

Die Temperatur

Durch das Regenerationsbecken wird die Oberfläche unseres Naturbades wesentlich größer sein, als die eine vergleichbaren Freibades. Das bedeutet, dass sich das Wasser wesentlich schneller erwärmt als das in einem normalen Freibad, wie zum Beispiel in dem beliebten Frankfurter Brentanobad. Erfahrungen aus anderen Naturbädern zeigen, dass das Wasser zu niedrigere selten das Problem sind. Fachleute (z.B. der Betriebsleiter des Mettmanner Bades) halten eine zusätzliche Beheizung daher eher für kontraproduktiv. Wer einmal in einem Naturbad gebadet hat, wird vor allem feststellen, dass sich das Wasser auf der Haut wesentlich angenehmer anfühlt. Dennoch soll geprüft werden, ob eine zusätzliche Beheizung insbesondere an Übergangstagen in Betracht kommt und betriebswirtschaftlich sinnvoll ist.

Die Infrastruktur

Das Funktionsgebäude

Das Funktionsgebäude des Schwalbacher Naturbades wird großzügig ausgestattet sein. Auf etwa 500 Quadratmetern findet der Besucher Einzel- und Sammelumkleidekabinen, Duschen und ein Kiosk. Außerdem haben die Bademeister und Vereine - beide für de Schwimmbetrieb unverzichtbar - eigene Räume. Andere Bäder vergleichbarer Besucherzahl haben wesentlich weniger Fläche, wir können uns also über viel Platz freuen.

Die Dächer sind nach Süden geneigt und bieten damit eine gute Grundlage zur Nutzung der Sonnenenergie entweder zur Wassererwärmung oder zur Stromerzeugung durch Photovoltaik.

Energieversorgung

Die größten Verbraucher im Bad werden die Pumpen (Strom) und die Duschen (Wärme) sein. Der Strom kommt aus dem öffentlichen Netz und für die Wärme kann man auf die Fernwärmeversorgung und auf Sonnenkollektoren (Solarthermie) zurückgreifen.

Die Gebäude im Bereich der Limesstadt unterliegen dem Anschluss- und Benutzungszwang der städtischen Fernwärme und dies gilt auch für das Naturbad. Denn dass die Stadt einerseits die Bewohner der Limesstadt in Monopolverträge mit dem Kraftwerksbetreiber zwingt und sich andererseits der Solidargemeinschaft der Fernwärmenutzer entzieht, ist schwer vorstellbar. Außerdem ist die Kraft-Wärme-Kopplung grundsätzlich eine ökologisch und wirtschaftlich sinnvolle Form der Energiegewinnung. Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Betrieb des Heizkraftwerks und damit erträgliche Preise für die Fernwärmekunden ist aber die Verwertung der im Sommer bei Grundlastbetrieb anfallenden Abwärme; dabei entsteht keine zusätzliche CO2 Belastung. Der zusätzliche Einsatz von Sonnenkollektoren zur Wassererwärmung an Übergangstagen ist dennoch nicht ausgeschlossen; diese Möglichkeit wird anhand der Erfahrungen in anderen Naturbädern sorgfältig geprüft.

Dachflächen, die nicht durch Sonnenkollektoren in Anspruch genommen sind, werden der Stromerzeugung durch Photovoltaik dienen.

Der Entscheidungsweg

Warum kein Hallenbad?

Die meisten Gemeinden im gesamten Bundesgebiet, die ein Hallenbad besitzen, ächzen unter den laufenden Kosten. Vor allem die Heizkosten sind in den letzen Jahren explodiert, aber auch die Personalkosten - man benötigt speziell ausgebildete Mitarbeiter für den Umgang mit Chlor - sind hoch.

Schwalbach hat in den zehn Jahren seit der Schließung des Taunusbades alle möglichen Varianten eines Hallenbades geprüft. Ein eigenes Bad hätte einfach und bezahlbar sein können, hätte aber dafür schlechte Prognosen für die Besucherzahlen gehabt. Oder es wäre fancy gewesen mit Riesenrutsche und allem Pi-Pa-Po, gut besucht, aber dafür eine extreme Belastung für den Haushalt. Die Variante eines gemeinsamen Bades mit den Nachbargemeinden in Schwalbach wurde eine Zeit lang verfolgt, hat aber zu keinem greifbaren Ergebnis geführt, weil sich weder Bad Soden noch Eschborn an einem Hallenbad in Schwalbach beteiligen wollten.

Was spricht für ein Naturbad?

Naturbäder haben für ihre Besucher wegen der natürlichen Wasserqualität einen besonderen Reiz und sie sind deutlich wirtschaftlicher als konventionelle, chlorierte Freibäder. Durch den Verzicht auf den potentiellen Gefahrenstoff Chlor entfallen die damit verbundenen erheblichen Sicherheitsaufwendungen. Und weil es im ganzen Rhein-Main-Gebiet kein zweites Naturbad gibt, werden Menschen, die Chlorbäder meiden, gerade in den Übergangszeiten das Schwalbacher Bad besuchen und damit für eine höhere Auslastung sorgen.

Lessons Learned

Erfahrungen aus anderen Bädern

Wenn eine Stadt ein Projekt, wie dieses angeht, sollte sie die Erfahrungen anderer Gemeinden aufgreifen. Wir haben uns im Vorfeld und während des Planungsprozesses regelmäßig mit dem Wohl und Wehe verschiedener Naturbäder beschäftigt. Sorgfältig geplante Bäder funktionieren problemlos und sind gut besucht.

Freizeitwert

Ein Schwimmbad ist der zentrale Treffpunkt für Menschen aller Altersklassen in einer Stadt. Keine andere öffentliche Einrichtung strahlt eine vergleichbare Anziehungskraft auf alle Bevölkerungsschichten aus.